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„Hellgate: London“ Demo angespielt

20 Oktober, 2007

Die Mutter aller Demos?

Eine Singleplayer Demo für dieses seit langem gehypte Game steht seit kurzem zum Download (1.46 GB) bereit. Da ein würdiger Diablo 2 Nachfolger noch nicht exisitert (Sorry, aber Titan Quest wird diesem Anspruch nicht gerecht), konnte ich es natürlich kaum erwarten, die Demo auszuprobieren , insbesondere wenn dieser potentielle Thronfolger von den Machern der Originale stammt. Der Titel ist nicht von Blizzard, aber der Newcomer „Flagship Studios“ wurde von namhaften, ehemaligen Blizzard Mitarbeitern um Bill Roper gegründet, die alle massgeblich an der Erstellung der Diablo Reihe beteiligt waren.

Kill-Skills und Loot-Wut

Gespielt werden können die Charakterklassen Marksman (ballern) und Blademaster (Nahkampf). Beide Klassen können im Demo bis Level 5 aufsteigen, was das wählen und ausbauen von 5 aus etwa 7 Skills erlaubt. Diese sind in aktive und passive Fertigkeiten unterteilt. Der Marksman kann in diesen unteren Levelregionen zum Beispiel Schnellfeuer oder einen Granatenwurf als Skill auswählen, beide sind gegen Gegeneransammlungen bereits in der untersten Ausbaustufe recht nützlich. Pro Levelaufstieg gibt es ebenfalls 5 Punkte, welche auf Attribute verteilt werden können, welche die Lebenspunkte, Energie, Schaden und das Tragen von Ausrüstung beeinflussen. Wer Diablo 2 gespielt hat, findet sich hier sofort zurecht.

Die Figur kann mit verschiedenen Waffen und Rüstungsteilen ausgestattet werden, welche aber zum Teil auf bestimmte Charakterklassen beschränkt sind. Das Inventar des Kämpfers bietet Platz für einiges an Ausrüstung, man ist nicht so starkt begrenzt wie beim alten D2. Zusätzlich lässt sich nicht benötigte oder verwendbare Ausrüstung in platzsparende Komponenten zerlegen, welche zum Upgrade von Rüstungen und Waffen verwendet werden können. Die Idee ist nett, Waffen bleiben so über lange Zeit nützlich, da sie so mit den Anforderungen der Figur und der Gegner wachsen können. Der lästige Gang zum Händler, um alle 20 Monster seinen Ramsch verscherbeln zu müssen entfällt somit ebenfalls. Wie lange ein Ausrüstungsgegenstand somit seinen Wert effektiv behält, wird allerdings erst fertige Spiel zeigen, die Demo schränkt die Aussagekraft hierzu mangels Loot und Waffenvielfalt etwas ein.

Weitere Gegenstände sind Consumables welche die Gesundheit und Energie (zum Ausüben von Skills) auffrischen und Buffs welche die Sprintdauer und Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen. Alle Ausrüstungsgegenstände werden als Loot von gemetzelten Monstern gedropt oder können bei Händlern erstanden werden.

Instant-Missionen zum anrühren, mit Gegnerhäppchen in diversen Geschmacksrichtungen

Es können 4 kurze Missionen gespielt werden, als Maps gibt es zwei jeweils zufallsgenerierte Strassenzüge, sowie zwei unterirdische Gänge. Auf diesen Maps tummelt sich allerlei untotes und dämonisches Gesocks, welchem der Spieler durch beherze Schwerthiebe oder Gewehrsalven zum Ableben verhelfen darf.

Die Gegner im Demo sind alle sehr schwach, das Leben der Spielerfigur ist nie wirklich gefährdet. Die 2-3 Bossgegner welche man antrifft sind da keine Ausnahme, sie scheinen dem unteren Managementlevel anzugehören und sind doch ziemlich schwächlich. Es ist anzunehmen dass die Stärke und Widerstandskraft in Multiplayerspielen mit der Anzahl der Gegner zunimmt, wie man es von D2 kennt, ansonsten wären Spieler zwischen 5 und 75 Altersjahren doch stark unterfordert. Erfreulich ist die Vielfalt an Angriffsmustern der Gegner, es gibt Nahkämpfer und solche mit Distanzangriffen, einige Gegner springen einem auf grosse Distanz an oder spurten auf den Kämpfer zu. Dies zwingt den Spieler, sich öfters auf neue Situationen einzustellen und so seine Taktik zu ändern. Stehenbleiben und wild auf die Maustaste hauen führt nicht immer zum Erfolg.

Die Missionbriefings erhält man in Textform in Dialogfenstern, ein Missionslog welches Missionsziele auch auf der Minimap anzeigt unterstütz den Spieler. In einer Mission ist sogar eine Hommage an Diablo eingebaut, wir müssen einem kleinen Jungen seine Beinprothese zurückbringen und erhalten als Belohnung sein altes Holzbein… da bin ich schon mal gespannt auf den Geheimlevel mit dämonischen, gehörnten Euterschwingern.

Ein hässliches, fusskrankes Entchen… aber eines mit innerer Schönheit

Wie bereits D2 zum Releasezeitpunkt, überzeugt Hellgate optisch nicht, es ist einfach nicht auf der Höhe der Zeit, was Grafik und Animation betrifft. Die Laufanimation der Spielerfigur sieht unglaubwürdig aus, die Proportionen von Körpern passen nicht immer und Gesichter vom menschlichen Figuren wirken etwas leblos. Die kurzen Worthülsen, die Questgiver zur Einleitung eines Quests von sich geben sind eher belanglos und stehen meist nicht im Zusammenhang mit den vergebenen Quests. Das Voiceacting dieser Soundbytes ist ebenfalls zweitklassig. Besser gelungen sind allerdings Animationen und Geräusche der Gegner, was zur Aufrecherhaltung der Spielatmosphäre auch wesentlich wichtiger ist.

Auch bei D2 haben visuelle Aspekte nicht den grossen, lange anhaltenden Reiz des Spieles ausgemacht. Für mich waren die Motivatoren die vielen Gegnertypen, welchen gelegentlich nur mitbestimmten Schadensarten beizukommen war, sowie die Möglichkeit, seinen Kämpfer immer weiter mit Fertigkeiten auszubauen und diesen mit mit immer besserer Ausrüstung auszustatten. Hellgate beinhaltet all diese Mechanismen ebenfalls. Auch wenn die Vielfalt an Möglichkeiten in der Demo stark eingeschränkt sind, ist bereits ersichtlich, dass das vollständige Spiel in dieser Sparte einiges bieten wird.

To suck or to succeed, that is the question…

Ich denke, ich werde mir das Spiel kaufen, da es garantiert einige Stunden Unterhaltung bieten wird. Ob sich das monatliche Abonnement des Online-Services für ca. USD 10 lohnend wird, bleibt abzuwarten. Gamestar berichtet über den Inhalt dieses Services, von den gelisteten Features her halte ich diesen im Moment für ziemlich überflüssig.

Wie gefällt Euch die Demo, falls Ihr sie gespielt habt? Wird das Spiel Erwartungen, wie Diablo-Nachfolge oder Blizzard-ähnliche Güte gerecht? Wie stuft Ihr das Suchtpotential des Spiels ein (D2 ist für mich bis anhin unübertroffen)? Haltet Ihr die Grafik für ein Top-Spiel des Jahres 2007 als ausreichend?

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