(Cod, engl. für Dorsch, Kabeljau… sehr passend, dieses Spiel stinkt nach faulem Fisch!)
Leider, leider konnte ich dem Hype zum Spiel auf diversen Internetseiten nicht widerstehen und habe mir diesen Shooter für Arme zugelegt. Selbst ActionTrip, für mich eine der integersten Webseiten, was Spieletests angeht, kredenzte dem Game eine 90er-Wertung, was konnte also schief gehen? Die Grafik und die Performance des Games überzeugen, aber der Rest des Games hat mich als alten Shooterfan abgeschreckt.
Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass dies der erste Teil dieser Reihe war, den ich je gespielt habe, die Vorgänger habe ich aufgrund meines Überdrusses an WK2-Vergamungen stets ignoriert. Daher kann ich nicht sagen, ob ich über meine Beanstandungen hätte wissen können und diese schon immer zum Stil der Serie gehörten.
Nach kurzem anspielen fiel mir bereits negativ auf, wie mich dieses Programm fest in die Hand nahm und mich fortan nicht mehr losliess. Wie ein Dreijähriger, der mit Pappi durch den Zoo geht, wird mir jeder Pups erklärt und mir stets vorgeschrieben, was ich zu tun oder zu lassen habe, etwa in der Form von: „Das sind rechtsnationalistische, russische Separatisten, die sind böööse, darum werden wir jetzt auf sie schiessen…“ Nach jeder Erzählhäppchen darf ich dann eine Winzaktion durchführen, erst wenn diese erfolgt ist, geht es mit der Handlung weiter. Hinzu kommt, dass mir das Game bis zum Aktionvollzug in einer Endlosschlaufe repetitive Gegner entgegenschmeisst. Die schönen Karten sind sehr linear, die komplexeste Entscheidung beim Vorrücken ist meist, ob ich links oder rechts um ein Gebäude herumgehen soll.
Das alles kekst mich extrem an! Ich trotte nur meinen Vorgesetzten hinterher und führe deren Anweisungen aus und ballere nebenher auf irgendwelche Schiessbudenfiguren. Wo bleibt die Freiheit, warum bin ich als Spieler nicht Mittelpunkt und meines eigenen Schicksals Schmied? Der ganze Spielablauf widerspricht meiner Meinung nach der klassischen Philosophie von Shootergames, wo ich üblicherweise der Agitator bin, wo ich den Zeitpunkt des Angriffs wähle und diesen nach meinem Gutdünken ausführe. Nicht das ich etwas gegen geskriptete Elemente in solchen Spielen hätte, diese können in sachter, unaufdringlicher Dosierung und in Kombination mit einer ausgefeilten Gegner-KI sehr reizvolle Effekte erzielen. COD4 wird stur nach Drehbuch gespielt, die Szene wird solange wiederholt, bis sie im Kasten ist.
Seit „Full Specrum Warrior“ habe ich mir nichts lineareres mehr angetan. Ich habe nach der dritten Mission aufgehört zu spielen, das leidige Ding wurde auf’s Bücherregal (gleich neben Full Spectrum Warrior, Condemned, The Regiment und Second Sight) verbannt, ganz unten in der Ecke, wo es schwer zugänglich ist und nicht an seine Anwesenheit erinnert.
Ich konnte dieses Spiel nicht ertragen und ich frage mich ernsthaft, welchen Schlag Spielermenschen dieses Game ansprechen will? Gut, diese Frage beantworte ich im Titel bereits mit deftigen Worten, sorry COD-Fans, aber sprengt Eure Ketten, schreit nach spielerischer Freiheit, lasst Euch Haare am Hodensack wachsen und spielt ECHTE Shooter. Schaut euch mal Crysis an, so schön könnte das sein
