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„Call of Duty 4: Modern Warfare“, der Shooter für Mitläufer und Entmündigte…

18 November, 2007

(Cod, engl. für Dorsch, Kabeljau… sehr passend, dieses Spiel stinkt nach faulem Fisch!)

Leider, leider konnte ich dem Hype zum Spiel auf diversen Internetseiten nicht widerstehen und habe mir diesen Shooter für Arme zugelegt. Selbst ActionTrip, für mich eine der integersten Webseiten, was Spieletests angeht, kredenzte dem Game eine 90er-Wertung, was konnte also schief gehen? Die Grafik und die Performance des Games überzeugen, aber der Rest des Games hat mich als alten Shooterfan abgeschreckt.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass dies der erste Teil dieser Reihe war, den ich je gespielt habe, die Vorgänger habe ich aufgrund meines Überdrusses an WK2-Vergamungen stets ignoriert. Daher kann ich nicht sagen, ob ich über meine Beanstandungen hätte wissen können und diese schon immer zum Stil der Serie gehörten.

Nach kurzem anspielen fiel mir bereits negativ auf, wie mich dieses Programm fest in die Hand nahm und mich fortan nicht mehr losliess. Wie ein Dreijähriger, der mit Pappi durch den Zoo geht, wird mir jeder Pups erklärt und mir stets vorgeschrieben, was ich zu tun oder zu lassen habe, etwa in der Form von: „Das sind rechtsnationalistische, russische Separatisten, die sind böööse, darum werden wir jetzt auf sie schiessen…“ Nach jeder Erzählhäppchen darf ich dann eine Winzaktion durchführen, erst wenn diese erfolgt ist, geht es mit der Handlung weiter. Hinzu kommt, dass mir das Game bis zum Aktionvollzug in einer Endlosschlaufe repetitive Gegner entgegenschmeisst. Die schönen Karten sind sehr linear, die komplexeste Entscheidung beim Vorrücken ist meist, ob ich links oder rechts um ein Gebäude herumgehen soll.

Das alles kekst mich extrem an! Ich trotte nur meinen Vorgesetzten hinterher und führe deren Anweisungen aus und ballere nebenher auf irgendwelche Schiessbudenfiguren. Wo bleibt die Freiheit, warum bin ich als Spieler nicht Mittelpunkt und meines eigenen Schicksals Schmied? Der ganze Spielablauf widerspricht meiner Meinung nach der klassischen Philosophie von Shootergames, wo ich üblicherweise der Agitator bin, wo ich den Zeitpunkt des Angriffs wähle und diesen nach meinem Gutdünken ausführe. Nicht das ich etwas gegen geskriptete Elemente in solchen Spielen hätte, diese können in sachter, unaufdringlicher Dosierung und in Kombination mit einer ausgefeilten Gegner-KI sehr reizvolle Effekte erzielen. COD4 wird stur nach Drehbuch gespielt, die Szene wird solange wiederholt, bis sie im Kasten ist.

Seit „Full Specrum Warrior“ habe ich mir nichts lineareres mehr angetan. Ich habe nach der dritten Mission aufgehört zu spielen, das leidige Ding wurde auf’s Bücherregal (gleich neben Full Spectrum Warrior, Condemned, The Regiment und Second Sight) verbannt, ganz unten in der Ecke, wo es schwer zugänglich ist und nicht an seine Anwesenheit erinnert.

Ich konnte dieses Spiel nicht ertragen und ich frage mich ernsthaft, welchen Schlag Spielermenschen dieses Game ansprechen will? Gut, diese Frage beantworte ich im Titel bereits mit deftigen Worten, sorry COD-Fans, aber sprengt Eure Ketten, schreit nach spielerischer Freiheit, lasst Euch Haare am Hodensack wachsen und spielt ECHTE Shooter. Schaut euch mal Crysis an, so schön könnte das sein ;)

7 Kommentare

  1. Ich bin voll und ganz deiner Meinung! Die Grafik ist standard, das Spielprinzip veraltet und der Hype um das Ganze meiner Meinung nach unverständlich. Der lineare Spiel- und Levelablauf frustriert mich durch und durch, bin ich doch schon längst erwachsen geworden. Das hätte ich eigentlich auch vom Shootergenre gedacht, nur haben mich die Lobeshymnen für Call of Duty 4 eines Besseren belehrt.
    Die Story? Pfff!! Ultranationalisten? Wer war damit nochmal gemeint? Vielleicht die armen irregeführten Turbanträger welche massenweise im Spiel übern Haufen geballert werden oder die anderen armen irregeführten Schweine die das „Land of the free“ besiedeln und denen wieder mal jemand das Märchen aufbindet es gäbe da wirklich Massenvernichtungswaffen in den Händen von Extremisten? Kein Wunder dass es so ein Verkaufsschlager in den U.S.A. ist. Aber vom deutschen Millieu dürfte man doch mehr erwarten, sind wir schließlich aufgeklärt und liberaldenkend! Oder?
    Na ja, wie dem auch sei, holt euch lieber Crysis. Hat man zwar auch schnell durch, spielt man aber gerne 2 oder 3 mal.
    Ich muss jetzt zurück zur Filiale eines namenhaften Elektrofachgeschäftes und auf seine Kollanz apellieren mir das Spiel wieder umzutauschen.
    Erspart euch das.


  2. @Supermat
    Naja, zur Not nehme ich auch ein unrealistisches Szenario vor einem realistischen Hintergrund in Kauf, wenn ich denn eine spannende Story erzählt kriege und mich unterhalten fühle. Leider dominiert in COD4 bezüglich des Storytelling, einen mit kleinen vorgekauten Häppchen zu füttern, die sich auf unmittelbar nächste Situation beschränken, die ich zu bewältigen habe. Das ist so penetrant, dass es das ganze Game runterreisst. Die restlichen Qualitäten des Spiels hätten vielleicht dazu ausgereicht, dass ich es durchspielte, aber den kritisierten Punkt hielt ich einfach nicht aus. Ich kam mir wirklich vor wie ein Esel mit Scheuklappen, der einer vorgehaltenen Rübe hinterhertrottet. Schau meinen Kommentar zum Witcher an, das Spiel hat ebenfalls etliche gravierende Mängel, aber als Gesammtwerk hat es mich vollüberzeugt und diese Mängel vergessen lassen. Eigentlich der krasse Gegensatz zu COD4…

    CRYSIS kann ich ebenfalls empfehlen (Obwohl die Alienklitsche auch etwas linear daherkommt). Habe m Wochenende mit dem Multiplayerpart begonnen und der gefällt mir sehr gut. Der PowerStruggle Mode bietet viel Abwechslung und die Luftfahrzeuge machen enorm Spass!


  3. Ich hab „the witcher“ noch nicht gespielt, und auch nicht in Betracht gezogen es mir zu holen obwohl ich ein Fan ähnlicher Spiele wie z.B. der „Elder Scrolls“-Reihe bin. Das ändert sich nachdem ich deinen Beitrag dazu gelesen habe. Zumindest die Demo werde ich mir jetzt mal anschauen. Die Szene hat meiner Meinung nach in dir einen unabhängigen aber fairen Kritiker gewonnen und wird dein Engagement hoffentlich mit Interesse beobachten.
    -Als Ergänzung zu meinem vorherigen Comment möchte ich sagen dass mir der Multiplayer von CoD 4 gut gefällt-


  4. Ich habe keine Lust lange Ausführungen zu machen, aber solltest du nicht mal den Multi-Player-Modus in Betracht ziehen?
    Denn der hebt sich vom Spielspass EINDEUTIG vom Single-Player ab…den Single-Player habe ich auch nach 3-4 Leveln aufgehört zu spielen… Ist zwar schade, aber halt auch nur ien Teil vom Spiel. Das Spiel ist eh auf Multiplayer abgestimmt, also bewerte ihn bevor du sagst: Das Spiel ist schlecht!


  5. @dave
    Ich habe inzwischen oft gehört, dass der Multiplayerpart von COD4 recht unterhaltsam sei. Gut für alle, die damit Spass haben, ich gönne es ihnen!

    Leider fehlte mir jegliche Motivation, MP überhaupt auszuprobieren, nachdem ich mir den ziemlich faden, uninspirierten SP Modus angetan hatte, erfolgte unmittelbar die Verbannung von meiner Festplatte.

    Etwa zeitgleich ist auch Crysis veröffentlicht worden. Dessen SP Endgame ist zwar auch etwas käsig, aber es überzeugt durch viel Abwechslung und Innovation. Bei diesem Spiel zocke ich MP mit Hingabe, der Conquest Mode ist eine tolle Sache, die etwas an Battlefield und UT erinnert. Das kompensiert den verpassten MP von COD4 ziemlich gut.

    Anonymous Gamer ist nicht Gamestar, Mein Artikel ist kein Test sondern ein Essay, das meine subjektive Meinung aufzeigt.
    Ich behalte mir vor, wie im Fall von COD4, nur über Teilaspekte eines Spiels zu berichten, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Auf Spieletests im eigentlichen Sinn möchte ich auch in Zukunft verzichten, es gibt etliche andere Sites die das besser und mit mehr Professionalität tun.
    Es ist für mich spannender, gelegentlich die Besonderheit eines Games, Genres, der Industrie oder der Community herauszupicken und mir ein paar Gedanken darüber zu machen.

    Dennoch sind mir alle Kommentare zu Artikeln dieses Blogs willkommen, ich respektiere die Meinung anderer und freue mich diese zu hören. (Ausser ihr wollt mir zu einer Erbschaft eines vergessenen Onkels aus Nigeria verhelfen ;) )


  6. die maps bei cod4 mp sind ein witz.
    ich frag mich echt welcher prolet eine 20 mal 20 quadratmeter grosse map in ein mp game integriert. hinzukommt kommt noch der fehlende respwamschutz , und das fragwuerdige belohnungssystem. wer die meisten abschuesse erziehlt bekommt einen supertollen airstrike den man am besten gleich wieder am gegnerichen respawm einsetzt , siehe punkt respawmschutz lol. als naechste belohnung gibts den supermega geilen heli der so ziemlich jede gegneriche bewegung im keim erstickt, wenn man dann noch auf servern mit 30 oder mehr spielern unterwegs ist wird man quasi permanent von irgendwelchen helis umkreist.

    ich hab mir echt einen abgelacht als dieses spiel doch tatsaechlich als taktik shooter umworben wurde. diverse spielmagazine haben warscheinlich noch nie etwas von novalogic oder bohemia interactive gehoert. selbst die battle schrott serien sind da 100 mal taktischer als dieses game.


  7. singleplayer ist nicht soo der bringer,
    aber der multiplayermodus reißts auf alle
    fälle wieder raus!!! probierts aus ;)



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